• Messe Essen
  • 06. - 09. Okt. 2022

Research Day ’22

 

ÜBERBLICK

Deutschland ist ein Brettspielland und der Markt boomt seit Jahrzehnten. Bestes Beispiel ist hierfür die jährlich in Essen stattfindende SPIEL, die als Hauptereignis der internationalen analogen Spieleszene bezeichnet werden kann. Kein Ort wäre also besser geeignet, um einer interessierten Öffentlichkeit aktuelle Fragen der Forschung zu analogen Spielen zu präsentieren und diese gemeinsam zu diskutieren.

Trotz seiner einzigartigen Brettspielkultur gibt es in Deutschland erst seit kurzem den Versuch, die wenig vorhandenen Forschungen zu modernen Brettspielen zu vernetzen. Das Projekt Boardgame Historian hat es sich zum Ziel gesetzt, dies zu ändern, und versteht sich seit seiner Gründung 2020 als eine Anlaufstelle für Brettspielforschende in Deutschland. Daher sind wir stolz, dieses Jahr zum ersten offiziellen Research Day unter dem Titel „Brettspielforschung in Deutschland“ auf der SPIEL ‘22 einladen zu dürfen.

In vier Podiumsdiskussionen werden die Themen „Geschichte in Brettspielen“, „Sammeln-Bewahren-Spielen“, Repräsentation und Diversity“ und „Brettspielforschung in Deutschland – Aktueller Stand und Perspektiven“ mit Expert:innen aus Wissenschaft und Szene diskutiert. Ein Grundsatz der Wissenschaftler:innen bei Boardgame Historian ist die Überzeugung, dass eine Erforschung moderner Brettspiele nur in Zusammenarbeit mit Spielenden und Spieleschaffenden gelingen kann. Alle Interessierten sind daher herzlich eingeladen, aktiv teilzunehmen. Im Anschluss an die Panels gibt es Zeit für Fragen und Diskussionen mit den Expert:innen.

Für den Research Day wird kein eigenes Ticket benötigt!

Verantwortlich für die Organisation des Research Days sind Lukas Boch, Anna Klara Falke und Toni Janosch Krause.

Als Partner unterstützen uns die SPIEL und das GameInLab

Kontakt:

lukasboch@uni-muenster.de

Website: www.boardgamehistorian.de

Instagram: @boardgame_historian

Twitter: @boardgamehisto

 


 

PROGRAMM

11:00 Uhr
Einleitung/Grußworte

Dominique Metzler (SPIEL Messe)

Guido Heinecke (Spiel des Jahres)

Herman Hutter (Spieleverlage e.V.)

Organisator:innen (Boardgame Historian)

 

11:45 –13:15 Uhr
Geschichte in Brettspielen 

Geschichte gehört zu den beliebtesten Themen in modernen Brettspielen. Damit sind Brettspiele ein relevanter Teil der Geschichtskultur, denn in Spielen spiegeln sich Vorstellungen von Vergangenheit wider und gleichzeitig verändern sie diese. Aber was fasziniert die Spieleszene so an der Vergangenheit, warum entscheiden sich Autor:innen ausgerechnet für historische Themen und wie setzt man diese in einem Spiel um? Seit 2020 gehen Wissenschaftler:innen dieser Frage im Projekt Boardgame Historian nach. Im Gespräch mit Akteur:innen aus der Brettspielszene sollen diese Frage erörtert werden. Dazu hat Historiker Lukas Boch die Spieleautoren Stefan Feld und Matthias Cramer, den Redakteur und Verleger Ulrich Blenneman, sowie Spiel des Jahres Jurorin und Podcasterin Martina Fuchs versammelt, um mit ihnen gemeinsam über Geschichte in modernen Brettspielen zu diskutieren. Nach dem Gespräch besteht die Möglichkeit für Fragen an die Diskutant:innen.

 

13:30 – 15:00 Uhr
Sammeln-Bewahren-Spielen 

Um Brettspiele adäquat erforschen zu können, bedarf es Orte, an denen dies direkt am Objekt geschehen kann. Sammlungen zum Thema sind daher unerlässlich. Gemeinsam mit Vertreter:innen verschiedener wissenschaftlicher und musealer Sammlungen an Brettspielen in Deutschland möchten wir die Chancen und Herausforderungen von Brettspielsammlungen diskutieren und Einblicke in den Sammlungsalltag verschiedener Orte geben. Was kann eine solche Sammlung bieten/leisten? Welche Ansprüche hat das Medium an eine sammelnde Organisation? Wie kann eine gute Vernetzung untereinander aussehen?
Unter der Moderation von Toni Janosch Krause (Spielkartenmuseum Altenburg, Boardgame Historian) wird neben dem Haus des Spiels und dem Spielemuseum Chemnitz mit der Ravensburger AG auch ein Verlag mit eigener Sammlung Platz auf dem Podium nehmen.

 

15:15 – 16:45 Uhr
Repräsentation und Diversity 

Dass wir gegenwärtig in einer Gesellschaft leben, die von Diversität geprägt ist und dies auch mit gesellschaftlicher Ungleichheit zusammenhängt, wird zunehmend diskutiert. Auch in der Spieler:innencommunity werden Brettspiele vermehrt daraufhin beurteilt und bewertet, ob gesellschaftliche Diversität in einer ungleichheitskritischen Art und Weise bei der Spielgestaltung aufgegriffen bzw. berücksichtigt wird. Im Panel wollen Barbara Sterzenbach und Prof. Dr. Wiebke Warburg mit Akteurinnen der Spieleszene diese aktuelle Entwicklung aufgreifen und danach fragen, warum die diversity-sensible Gestaltung von Spielen relevant ist und wie die Gestaltung noch besser gelingen kann.

 

17:00 – 18:30 Uhr
Brettspielforschung in Deutschland – Aktueller Stand und Perspektiven 

Brettspiele haben in Deutschland einen besonderen Stellenwert. Jährlich treffen sich auf der weltweit größten Messe für analoge Spiele, der SPIEL in Essen, hunderttausende Brettspielbegeisterte. Hinzu kommt der Preis Spiel des Jahres, der auch international als Auszeichnung für herausragende Spiele gilt. Auch die Spielebranche verzeichnet steigende Gewinne und in der Spieleautorenzunft organisieren sich Autor:innen. Lediglich die Forschung zu analogen Spielen steckt noch in ihren Anfängen und hinkt dem Trend hinterher. Welche Potenziale in einer Erforschung von Brettspielen stecken und wie eine solche Forschung vorangetrieben werden kann, soll in diesem Panel unter der Moderation von Prof. Dr. Jürgen Karla (spielbar.com) erörtert werden. Auf der Bühne diskutieren Lukas Boch (Boardgame Historian/WWU Münster), Paul Schulz (Spieleautorenzunft), Wolfgang Lüdtke (Redakteur Komos/ Spieleverlage e. V.) und Prof. Dr. Steffen Bogen (Universität Konstanz).